Diese Seite ist für Journalisten gemacht

Nachfolgend unsere aktuelle Pressemeldung:

 

21. 9. 2019

 

Was kann man eigentlich noch essen?

 

 

 

Die Halle der Centralstation ist seit Monaten ausverkauft. Das kann nur bedeuten: Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt. Diese Biennale der Wissenschaft lockt Koryphäen aus ganz Deutschland zum edlen Wettstreit um den sympathischsten Kurzvortrag. Das reicht von der „Darstellung der Beziehungen am Beispiel Deutscher Soaps“ (brillant entfaltet von Fabienne Paßternak) bis zur „Suche nach etwas mehr Gerechtigkeit am Beispiel von Familienglück nach Vorbild der Tierwelt“, das Christian Herweh im Gepäck hatte.

 

 

 

Im Allgemeinen werden eigene Forschungsergebnisse präsentiert – aber so, dass sie von uns Laien nachvollzogen werden können. Es geht also darum, komplizierte Untersuchungsresultate für ein interessiertes Publikum ‚kleinzukauen‘. Aufgelockert werden die Präsentationen durch die launige Conférence des Erfinders des Science Slam, Alex Dreppec, und seinen langjährigen Co-Moderator Axel Röthemeyer. Fast immer finden sich auch Gastmusiker ein, wie der Singer-Songwriter Frank Albersmann, der am Samstag mit seiner Gitarre ein ganzes Orchester imitierte.

 

 

 

Marc-Denis Weitze (MDW) ist aus München gekommen, um den Zuhörern bildhaft zu erklären, was wir mit all dem Kohlendioxid tun sollten – und wie wir die Energie dazu gewinnen können. Durch künstliche Foto-Synthese nämlich. Wobei zunächst die grundlegende Frage zu klären wäre, ob man Foto am Anfang mit ‚F‘ oder mit ‚Ph‘ schreibt. Ähnlich geistreich entwickelte sich Daniel Lambachs Referat über ‚Zäune im Meer – oder warum es so schwierig ist, den Ozean zu retten.‘ So humorvoll die Vorträge auch daherkommen, wollen sie allerdings stets als Wissenschaft ernst genommen werden.

 

 

 

Komplizierten Wortkombinationen wie ‚ADMA und die kardiovaskuläre Mortalität bei Nierenversagen‘ erklärt der Lebensmittelchemiker Emir Puyan Taghikhani in ganz einfachen Worten. So nebenbei beantwortet er ungelöste Fragen wie „Was kann man eigentlich noch essen?“ (Es ist jedenfalls viel mehr, als die meisten von uns glauben.) Und dass der Lachsschinken nicht aus dem Meer kommt, hat er in Deutschland erst lernen müssen.

 

Ebenfalls mit der Chemie hält es Jan Marcus Nasse aus Heidelberg in seinem Vortrag ‚Wenn Halogene radikal werden‘. Das evoziert spontane Beifallskundgebungen des Auditoriums. Den Sieg muss er sich am Ende allerdings mit seinem Fachkollegen Emir Puyan Taghikhani teilen.

 

 

 

Der nächste Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt wird im Saal der Centralstation am 22. Februar 2020 stattfinden.

 

 

 

Marc Mandel.

 

Science Slam – das sind wissenschaftliche Kurzvorträge – von den Forschern selbst auf die Bühne gebracht – allgemein verständlich und als Publikumserfolg. Science Slam gibt es mittlerweile in ganz Europa, selbst in Chile, Indonesien und Südafrika. Seine Geburtsstunde schlug 2006 in Darmstadt. Der Verständlichkeitsforscher Alex Dreppec hat ihn in der Stoeferle-Halle aus der Taufe gehoben. Der Science Slam ist jedoch nirgends so Original, wie in der Stadt, in der er erfunden wurde.

 

 

Hochauflösende Fotos für die Publikation können Sie von dieser Seite herunterladen. Das Kennwort erfahren Sie von Marc Mandel. Bitte beachten Sie die Legende und den Copyright-Hinweis. Danke.