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Nachfolgend unsere aktuelle Pressemeldung:

 

Darmstadt, 24.9.2017 - 11 Uhr Eilmeldung

 

 

 

 

Gibt es böse Quantenteilchen?

 

 

 

Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt – Christoph Sträter aus Dresden erkämpft sich den ersten Platz

 

 

 

Im ausverkauften Saal der Centralstation konnte der Moderator Alex Dreppec am Samstag nicht nur weitgereiste Wissenschaftler, sondern auch Gäste aus der unmittelbaren Umgebung begrüßen: Johann Liebeton, Michael Massoth und Peter Heiland vertraten die Wissenschaftsstadt; Thomas Tollheimer kam aus dem Odenwald und Anna Müllner aus Frankfurt. Trotz dieser regionalen Übermacht konnte sich Philipp Gadow aus München ebenso behaupten, wie Christoph Sträter aus Dresden, der am Ende mit dem Sieg belohnt wurde. Den Rahmen schuf die Singer/Songwriterin Bea Bacher aus Stuttgart.

 

An dieser Stelle weitschweifig über Science Slam zu reden, hieße Heiner nach Darmstadt zu verbringen – oder Rippchen nach Frankfurt. Für Neulinge will ich trotzdem ein paar Fakten einfügen: Konzipiert und realisiert wurde der Science Slam 2006 von Alex Dreppec in der legendären Stoeferle-Halle 603 qm in Darmstadt. Vorher war einfach niemand auf die Idee gekommen, Wissenschaftler zu bitten, ihr Forschungs-Projekt in zehn Minuten allgemeinverständlich darzustellen. Das hat der Wissenschafts-Community so gut gefallen, dass es mittlerweile in allen Erdteilen Science Slams gibt. Dass so etwas in der Wissenschaftsstadt Darmstadt immer ausverkauft ist, versteht sich am Rande.

 

 

 

Darmstadt, 24.9.2017 - 11 Uhr Zweispalter

 

Gibt es böse Quantenteilchen?

 

 

 

Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt – Christoph Sträter aus Dresden erkämpft sich den ersten Platz

 

 

 

Im ausverkauften Saal der Centralstation konnte der Moderator Alex Dreppec am Samstag nicht nur weitgereiste Wissenschaftler, sondern auch Gäste aus der unmittelbaren Umgebung begrüßen: Johann Liebeton, Michael Massoth und Peter Heiland vertraten die Wissenschaftsstadt; Thomas Tollheimer kam aus dem Odenwald und Anna Müllner aus Frankfurt. Trotz dieser regionalen Übermacht konnte sich Philipp Gadow aus München ebenso behaupten, wie Christoph Sträter aus Dresden, der am Ende mit dem Sieg belohnt wurde. Den Rahmen schuf die Singer/Songwriterin Bea Bacher aus Stuttgart.

 

 

 

Am Samstag konnte das Publikum sich mit den eher leisen Tönen einer außergewöhnlichen Sängerin einstimmen: Bea Bacher aus Stuttgart. Sprach Alex Dreppec in seiner Anmoderation noch vom prophezeiten Weltuntergang, so sang die Stuttgarterin vom Sonnenuntergang. Bea Bacher ist in Darmstadt keine Unbekannte mehr. Doch wo immer sie mit ihrer Gitarre auftaucht, wird es mucksmäuschenstill. Ihre Texte handeln von der Schwermut der Großstadt. Von einem Leben zwischen Luxusvillen und Mülldeponien, Schickeria und Unterwelt, Staatstheater-Hochkultur und Straßenmusikanten. Hier folgt auf das Pflaster der Strand und aus dem Fluss wird ein Meer. Bea Bachers Stimme schmuggelt sich zwischen überschäumender Freude und Melancholie schmeichelweich unter die Haut.

 

 

 

Den undankbaren ersten Startplatz unter den Science Slammern erloste sich Johann Liebeton. Er arbeitet in Darmstadt, kommt aber eigentlich aus Bensheim und ist Biologe. Gegenstand seiner Forschungen ist die Düngung mit Phosphat. Auch der Unbedarfte weiß, dass wir ohne diesen Dünger längst wieder unter Hungersnöten litten. Doch es gibt nur drei Länder, die ihn exportieren: China, Marokko und die USA. Spätestens 2080 wird der Förderhöhepunkt erreicht sein. Natürlich weiß Liebeton, dass die Forderung nach einem Essens-freien Sonntag ungehört verhallen würde; aber auch die autofreien Sonntage hatten ja keine nachhaltige Wirkung. Stattdessen arbeitet er an Alternativen – beispielsweise Wasserlinsen als einem organischen Dünger.

 

 

 

Der Physiker Philipp Gadow aus München möchte ebenfalls Licht in wissenschaftliches Dunkel bringen. Sein Gebiet ist allerdings etwas größer; es handelt sich um nichts Geringeres, als das Universum. Woraus besteht das eigentlich? Jedes Kind lernt auf der ganzen Welt in der Schule das Periodensystem der Elemente, wo bekanntlich an Position einhundertzehn das Darmstadtium steht. Doch diese jedem Naturwissenschaftler bekannten Elemente im System machen nur fünf Prozent des Universums aus, wie uns der Astro-Physiker erklärt. Der Rest ist Dunkle Energie – von der wir dummerweise noch so gut wie nichts wissen. Um darüber etwas zu erfahren, müssen wir die Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik verschränken. Dazu führte er uns am Samstag den ganzen Teilchenzoo vor. Doch schnell sind zehn Minuten vorbei, so dass er den Zuhörern eine Internet-Adresse mitgibt, damit sie an seinem Neutrino-Experiment wenigstens später mit ihrem Smartphone teilnehmen können.

 

 

 

Michael Massoth ist Professor für Telekommunikation im Fachbereich Informatik an der Hochschule Darmstadt. Was den Science Slam angeht, ist er ein alter Hase: Bereits vor zehn Jahren beim zweiten Science Slam überhaupt konnte Alex Dreppec ihn ankündigen. Am Samstag berichtete er über kriminaltechnische Untersuchungen im weltweiten Netz. Das Pentagon beschäftigt allein 27.000 Public-Relations-Fachleute, alle großen Presseagenturen zusammen kommen nicht einmal auf ein Drittel des Personals. Kein Wunder, dass es ohne deren Fake-News weder in Vietnam noch im Nahen Osten einen Grund für Kriege gegeben hätte. Am Samstag erzählt er von der Brutkastenlüge, die zum ersten Irak-Krieg führte und von den Machenschaften im amerikanischen Wahlkampf.

 

 

 

Mit dem Kampf gegen den Krebs beschäftigt sich Anna Müllner aus Frankfurt. Sie hat Pharmazie und molekulare Bio-Technologie studiert. Der Krebs zerstört unsere DNS. Am Samstag verweist sie auf eine Liste der World Health Agency. Darin werden in vier Kategorien Stoffe aufgelistet, die krebserregend, wahrscheinlich beziehungsweise möglicherweise krebserregend, nicht klassifizierbar oder nicht krebserregend sein sollen. In der letzten Kategorie finden sich so wichtige Lebensmittel wie Gitarren- oder Violinsaiten. Niemand will an Krebs erkranken. Im Gegenteil: Wir alle wollen möglichst lange jung und gesund bleiben. Deshalb gibt es Anti-Aging Produkte, die man in der Drogerie kaufen kann. Dass es dort zum Beispiel auch Sperma gibt, war den meisten Zuhörern wohl neu. Mit ihrem humorvollen Vortrag wurde sie unter den ersten vier Science Slammern Etappensiegerin.

 

 

 

Peter Heiland aus Darmstadt kommt ursprünglich aus Hamburg. Als echter Hanseat fragt er: What the Fuck is Hochwasserrisiko-Management? Oder: Was hat Klimawandel mit uns zu tun? Er beschäftigt sich mit Raumordnung, Risikomanagement, Hochwasserschutz und Verkehrsprojekten. Das alles bringt er auf eine kurze Formel: Lasst uns die Welt retten. Dann erzählt er eine Art Märchen über Johann Gottfried Tulla. Doch das ist kein Märchen. Der Mann hat tatsächlich gelebt, nämlich von 1770 bis 1828. Und er begradigte den Rhein. Immer wieder lässt Heiland in seinem humorvollen Vortrag aktuelle Bezüge aufblitzen, beispielsweise zu Stuttgart 21 oder dem Großflughafenvorhaben in Berlin. Bereits im achtzehnten Jahrhundert wurden Vorteile gefeiert und Nachteile ignoriert. Und nach seinen Worten hat sich daran nichts geändert. Wir erfahren, wieso das Hochwasserproblem so gewachsen ist – und dass es Menschen sind, die daran die Schuld tragen. Der Klimawandel ließe sich nur stoppen wenn: die USA einen anderen Präsidenten hätten, es in Indien seit dreißig Jahren Geburtskontrollen gegeben hätte, Mercedes ein Elektroauto entwickeln würde etc. Er ist also nicht zu stoppen – deshalb brauchen wir ein Hochwasser-Risiko-Management.

 

 

 

Einen ganz außergewöhnlichen Vortrag hielt Thomas Tollheimer aus dem Odenwald. Er ist Patent-Ingenieur und glaubt, dass das Patentwesen für die meisten Menschen staubtrocken ist. Am Samstag machte er uns jedoch klar, warum er es „irre spannend“ findet. Ein Patent könne jeder anmelden; das sei gar nicht so teuer. Es bestehe aus dem Namen des Anmelders, einer Nummer, dem Datum, der Klasse und einer Zeichnung. Er erklärt es an Beispielen, wie einer Weißwurst, mit Senfkern und Pelle. Man müsse genau angeben, woraus das alles bestehe. Und er erwähnt ganz besonders verrückte Patente. Eine Art Abschuss- oder Einfüllvorrichtung für Tennisbälle war konzipiert, um gesunkene Schiffe zu heben. Sie wurde dann aber nicht patentiert, weil sie bereits in ähnlicher Form in einem alten Micky-Maus-Heft beschrieben worden war.

 

 

 

An dieser Stelle weitschweifig über Science Slam zu reden, hieße Heiner nach Darmstadt zu verbringen – oder Rippchen nach Frankfurt. Für Neulinge will ich trotzdem ein paar Fakten einfügen: Konzipiert und realisiert wurde der Science Slam 2006 von Alex Dreppec in der legendären Stoeferle-Halle 603 qm in Darmstadt. Vorher war einfach niemand auf die Idee gekommen, Wissenschaftler zu bitten, ihr Forschungs-Projekt in zehn Minuten allgemeinverständlich darzustellen. Das hat der Wissenschafts-Community so gut gefallen, dass es mittlerweile in allen Erdteilen Science Slams gibt. Dass so etwas in der Wissenschaftsstadt Darmstadt immer ausverkauft ist, versteht sich am Rande.

 

 

 

Beim Science Slam kommt es nach den Worten des Verständlichkeitsforschers Alex Dreppec immer auf einen Ausgleich an zwischen Verständlichkeit und Information. Dass man das auch als eine Balance aus Wissen und Unterhaltung ansehen kann, ist offensichtlich. Besonders artistisch bewegte sich auf diesem schmalen Grat am Samstag Christoph Sträter aus Dresden. Er ist theoretischer Physiker am Max-Planck-Institut für die Physik komplexer Systeme. Sein provokanter Titel lautet: Gibt es böse Quantenteilchen?

 

Bekanntlich betreiben wissenschaftliche Institute wie die mit dem Namen Max Planck Grundlagenforschung. Sträter erklärt dies als  Forschung, die momentan irrelevant ist – aber in fünfzig oder hundert Jahren lebenswichtig. So ganz nebenbei erklärt er die Wellengleichung, mit der man die Zukunft von Quanten voraussagen kann, wenn man sie ins Quadrat setzt. Doch Quanten wie die Bosonen, Fermionen oder Anyonen können an mehreren Orten gleichzeitig sein. Wer bis hierhin folgen konnte, dem erklärt der Physiker den Teilchenzoo; eine Kollektion kleinster Teilchen, aus der alles im Universum besteht. Die Teilchen unterscheiden sich in der Masse, in der Ladung, und so weiter. Man unterscheide jedoch die sozialen Bosonen (zum Beispiel Photonen), die immer mit anderen zusammen kuscheln möchten – und die eigenbrötlerischen Fermionen (zum Beispiel Elektronen), die sich lieber aus dem Weg gingen. Dazwischen gäbe es noch die Anyonen. Sie seien im Zweifel gelassen, ganz im Sinne von Senecas Stoizismus. Zu den Bosonen zählt er auch Politiker wie Hillary Clinton; zu den Fermionen eher Donald Trump. Welche Politiker allerdings im Sinne Senecas handelten, das ließ er wohlweißlich offen. Trotzdem wurde er mit seinem geschliffenen Vortrag Gesamtsieger.

 

 

 

Marc Mandel.

 

Darmstadt, 18.12.2016 10:45 h

 

Wie baut man ein Elektro-Auto mit Hirn und Darm?

 

 

Die siebte Deutsche Meisterschaft im Science Slam gewinnt Johannes Kretzschmar

 

 

Niemand weiß besser, als Alex Dreppec: „Wer aus Darmstadt kommt, sollte vorsichtig sein mit Körper-Metaphern.“ Der Mann weiß, wovon er spricht. Als Germanist und promovierter Psychologe – aber auch als Darmstädter Dichter. Für seinen ersten Lyrikband bekam er 2004 den renommierten Wilhelm-Busch-Preis für humoristische Versdichtung. Doch sein eigentliches Thema ist die Verständlichkeitsforschung. Kein Wunder, dass er es war, der 2006 den Science Slam erfand. Und wo? In der Hirnstadt Darmstadt – wie er augenzwinkernd gesteht. Wo auch sonst?

 

 

Gemeinsam mit dem Filmemacher Axel Röthemeyer hob er am 29. September 2006 auf ‚603 qm‘ den weltweit ersten Wettbewerb dieser Art aus der Taufe. „Es war gar nicht so einfach, Wissenschaftler zu finden, die in zehn Minuten ihr Forschungsthema allgemeinverständlich vortragen wollten“, erinnert sich Alex Dreppec. Unter einem ‚Science Slam‘ konnte sich einfach niemand etwas vorstellen. Retten konnten sich die beiden Moderatoren nur durch Forscher, die sie aus dem eigenen Studium kannten – wie den Historiker Fabian Oberfahrenhorst, der damals über die Reiselust im Mittelalter referierte.

 

 

Mittlerweile gibt es keine Hochschulstadt in Deutschland ohne eigenen Science Slam. Daneben hat sich das neue Wissenschaftsformat über die ganze Welt ausgebreitet. Immer häufiger drängen junge Forscher auf die Bühnen. Weil sie hier eine Möglichkeit finden, ihre Arbeit einem breiten Publikum vorzustellen. Und weil es obendrein Spaß macht. Das konnten alle Interessierten beim Darmstädter Science-Slam-Festival als Zuschauer erleben. Den Abschluss bildete am Samstag die siebte Deutsche Meisterschaft im Science Slam im ausverkauften Kongress-Zentrum Darmstadtium.

 

 

„Bis ins Innere des Protons“, nahm der Teilchenphysiker Boris Lemmer zunächst einmal die vierzehnhundert Zuhörer mit. Ohne am Wettbewerb teilzunehmen schaffte er es so, die Besucher auf den Science Slam einzustimmen. Es war dieser Vortrag, mit dem Boris Lemmer 2011 in Hamburg die Deutschen Science-Slam-Meisterschaften für sich entschied. Weil er schon immer wissen wollte, wie die Welt funktioniert, hat er sie in immer kleinere Teilchen zerlegt. Dass er damit irgendwann auf die heute noch erkennbaren Spuren des Urknalls stoßen würde, konnte er am Anfang nicht wissen.

 

 

Den eigentlichen Wettbewerb eröffnete dann der Humangenetiker und Kinderarzt Kai Hensel. Eines der Probleme die ihn umtreiben, lautet: „Wie schafft es eine gewöhnliche Vireninfektion zu einer lebensbedrohlichen Krebs-Erkrankung zu werden?“ Viele Zuhörer begriffen am Samstag einigermaßen, wie das alles zusammenhängt mit den Genen, den Zellen, den Proteinen, der DNA – und wie all diese seltsamen Wesenheiten sich in den Blutbahnen fortbewegen. Und schließlich, wie dadurch das Lebenselixier auch in den anderen Tieren und Pflanzen transportiert wird.

 

 

Wie Supraleitungen arbeiten, setzte uns der Festkörperphysiker Philip Willke auseinander. Haben viele von uns doch schon vergessen, wie man ihnen im Physik-Unterricht erklärte, dass kreisförmig fließende Ströme Magnetfelder erzeugen. Dieser „Tanz der Elektronen“ übermittelt also Energie, die woanders dringend gebraucht wird. Dummerweise funktionierte das bisher nur bei sehr niedrigen Temperaturen. Philip Willke entwickelt derzeit ein Verfahren, bei dem dies auch bei Raum-Temperaturen möglich ist. Wenn ihm dies dauerhaft gelingt, hat er „den Heiligen Gral der Festkörperphysik“ gefunden, wie er sagt. Deutscher Vize-Meister ist er mit seinem Science-Slam-Vortrag in Darmstadt schon mal geworden.

 

 

Dass es soweit noch nicht ist, wurde den Zuhörern schlagartig klar, als der Portugiese Ricardo Fernandez das Podium betrat. Da seine Deutsch-Kenntnisse bisher gering sind, hielt er seine Einlassungen in verständlichem Englisch. Damit gewann er auch schon den Regionalwettbewerb in Hamburg. Der Nuklear-Physiker interessiert sich brennend für die Archäologie. Bekanntlich ist es ja dort besonders wichtig, Methoden zu finden, wie man das Alter von gefundenen Objekten bestimmt. Für ihn ist klar: Gegen Kriminelle auf diesem Gebiet würde nur eine Atombombe helfen – leider ist es nicht so einfach, eine zu bauen.

 

 

Zurück zum Menschlichen und Allzumenschlichen führte dann David Maximilian Fußhöller. Das obskure Objekt seiner Begierde ist das männliche Sperma. Eine der nie gelösten Menschheitsfragen ist ja wohl: Wie findet das Sperma zu seiner Eizelle? Er verglich die fünfzig Mikrometer lange Spermazelle mit einem Menschen, der sieben Kilometer durch unbekanntes Wasser schwimmt, um dort eine Partnerin zu treffen. Für eine solche Leistung nehme sich eine Spermie gerade einmal unglaubliche dreißig Minuten Zeit. Wäre sie nicht erfolgreich, gäbe es uns ja gar nicht mehr.

 

 

Mit einem scheinbaren Paradoxon beschäftigt sich Matthias Mader: „Wie kann man unsichtbare Teilchen sichtbar machen?“ Vorgeknöpft hat er sich die Nano-Teilchen. Um das verständlich zu machen, arbeitet er vor allem mit selbst gebauten Modellen. Damit kann er uns nicht nur klarmachen, warum es ihm so wichtig ist, dass sich die Wissenschaft mit diesen winzigen Teilchen beschäftigt, sondern er zeigt auch, wie sie sich fortbewegen – und mit Hilfe von Spiegeln oder Glas sogar sichtbar gemacht werden können.

 

 

Noch kleiner sind die Teilchen, mit denen sich Dennis Schulz aus Heidelberg beschäftigt. Sein „Mocca-Detektor“ soll in einem Teilchenbeschleuniger das ‚Gottesteilchen‘ aufspüren. Bei minus hundertsechzig Grad sollen hier Verhältnisse simuliert werden, wie sie vor über dreizehn Milliarden Jahren im Universum herrschten. Kurz nach dem Urknall sozusagen. Wie beim Fußball werden die Teilchen immer wieder angestoßen, so dass sie sich beschleunigen und beschleunigen und beschleunigen – bis sie uns schließlich verraten, wie das genau war, kurz nachdem unser All auf der Bildfläche erschien.

 

 

Als Uwe Gaitzsch ankündigt, dass er sich ebenso wie Philip Willke mit Supraleitern beschäftigt, wäre beinahe Langeweile aufgekommen. Aber nur für ein paar Mikro-Sekunden. Dann beginnt sein ‚Supraleiter-Rap‘, bei dem er auch die ‚Beat-Box‘ professionell artikuliert. Schließlich schafft er es, dass fast eineinhalbtausend Menschen gemeinsam mit ihm die Supraleiter zum stampfenden Rhythmus von ‚We will rock you‘ besingen. Eine Hochzeit der Naturwissenschaft mit den Musen der Kunst.

 

 

Mit eher alltagspraktischen Problemen schlägt sich Johannes Kretzschmar herum. Wie weiland Frankenstein einen künstlichen Menschen schaffen wollte, schwebt ihm ein Elektroauto vor. So etwas Ähnliches, wie ein perpetuum mobile jedenfalls. Dummerweise hat er nicht viel Ahnung von all den Kenntnissen, die ein Konstrukteur braucht – aber als Informatiker weiß er, einen Computer einzusetzen. Damit kopiert er einfach das System, mit dem menschliche Energie entsteht und übertragen wird. Wie arbeitet eine Zelle? Ist es möglich, solche Zellen zu einem Haufen zusammen zu schließen. Das trägt er so humorvoll trocken vor, dass das Publikum ihn am Ende zum Deutschen Meister im Science Slam kürt.

 

 

Marc Mandel.

 

Science Slam – das sind wissenschaftliche Kurzvorträge – von den Forschern selbst auf die Bühne gebracht – allgemein verständlich und als Publikumserfolg. Science Slam gibt es mittlerweile in ganz Europa, selbst in Chile, Indonesien und Südafrika. Seine Geburtsstunde schlug 2006 in Darmstadt. Der Verständlichkeitsforscher Alex Dreppec hat ihn in der Stoeferle-Halle aus der Taufe gehoben. Der Science Slam ist jedoch nirgends so Original, wie in der Stadt, in der er erfunden wurde.

 

Hirnstadt Darmstadt Science Slam Festival 2016:
 
1 Tanze mit Raketenschuhen
Wissenschaftsgedichte (Alex Dreppec) &
Podiumsgespräch "10 Jahre Science Slam"
2.12.2016 20 Uhr Theater im Pädagog TIP Pädagogstr. 5
 
2 Es science-nachtet sehr
in der early late night show SNotLDaD
Moderation Axel Röthemeyer und Holger Rößer
6. 12. 2016 21 Uhr Schlosskeller, Marktplatz 15
 
3 Utopia im Weltraum:
Schwerelos und forschungsstark
 
Space Slam der Schader Stiftung und der ESA
14.12.2016 19 Uhr Haus der Schaderstiftung, Goethestr. 2
 
4 Die besten Slammer der ersten zehn Jahre
Science Slam Best-of-Show
Folgende Teilnehmer haben zugesagt:

        - Martin Buchholz (Thermodynamiker) Deutscher Meister 2010

        - Boris Lemmer (Teilchenphysiker) Deutscher Meister 2011

        - Henning Beck (Biochemiker) Deutscher Meister 2012

        - Reinhard Remfort (Physiker) Deutscher Meister 2013

        - Kai Jäger (Paläontologe) Deutscher Meister 2014

        - Martin Schrön (Umweltphysiker) amtierender Deutscher Meister

        Moderation: Alex Dreppec und Axel Röthemeyer

        (Änderungen vorbehalten)

Moderation: Alex Dreppec und Axel Röthemeyer
16.12.2016 19 Uhr 30 Centralstation im Carree
 
5 Die 7. Deutsche Science Slam Meisterschaft
Das große Finale - Moderation: Alex Dreppec und Axel Röthemeyer
17.12.2016 20 Uhr Darmstadtion Schlossgraben 1
Teilnehmer:                 Ricardo Fernandez, Nuklear-Physiker

                         David Maximilian Fußhöller, Protein-Biologe

                         Uwe Gaitzsch, Werkstoff-Physiker

                         Dr. Kai Hensel, Humangenetiker

                         Johannes Kretzschmar, Künstliche Intelligenz

                         Matthias Mader, Nano-Physiker

                         Dennis Schulz, Tieftemperatur-Physiker

                         Philipp Wilke, Physiker und Atom-Dompteur

 

Alle Einzelheiten auf der Festival-Website: www.ScienceSlam2016.De

 

Das Science Slam Festival 2016 wird ermöglicht durch:

 

Schaderstiftung

Merck KGaA

Entega

Sparkasse Darmstadt

Wissenschaftsstadt Darmstadt

 

Hochauflösende Fotos für die Publikation können Sie von dieser Seite herunterladen. Das Kennwort erfahren Sie von Marc Mandel. Bitte beachten Sie die Legende und den Copyright-Hinweis. Danke.