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Nachfolgend unsere aktuelle Pressemeldung:

 

Darmstadt, 1.4.2017 - Eilmeldung

 

 

 

Warum wir manchmal schwarz sehen

 

 

 

Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt, hieß es am Samstag wieder in der Centralstation.

 

 

 

Henning Beck und Wiebke Schick aus Tübingen, Matthias Mader aus München, Jens Wehner aus Wiesbaden/Mainz sowie Ariadne Djahansouzi und Simon Hauser aus Marburg ließen sich in humorvollen wissenschaftlichen Kurzvorträgen feiern. Der Erfinder des Science Slam Alex Dreppec konferierte nicht nur, sondern brillierte auch in einem eigenen Vortrag. Den Sieg errang jedoch die Mathematikerin Anastasia August aus Karlsruhe mit einem farbigen Vortrag, warum Eisbären eine schwarze Haut haben, aber weißes Fell.

 

 

 

MM.

 

 

Darmstadt, 1.4.2017 - Zweispalter

 

 

 

Warum wir manchmal schwarz sehen

 

 

 

Ohne Aprilscherze, aber trotzdem humorvoll: Der Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt startet in der Centralstation

 

 

 

Der Andrang ist groß. Schon zwei Monate im Voraus war der Science Slam zum ersten April ausverkauft. Aber es melden sich auch immer häufiger interessierte Teilnehmer. So kommt es, dass der Deutsche Meister im Science Slam und Neurobiologe Henning Beck aus Tübingen diesmal außer Konkurrenz auf die Bühne tritt. Gründlich räumt er mit allen nur erdenklichen Neuromythen auf. Und wenn er dann auseinander klamüsert, wie unser Gehirn es schafft, Geistesblitze zu beschleunigen, wird er zum regelrechten Neuro-Science-Entertainer.

 

 

 

Auf diesem Gebiet ist in Tübingen auch die Neurologin Wiebke Schick unterwegs. Sie fragt sich, ob es sein kann, dass der Strom im Gehirn unsere Wahrnehmung verändert? Um das zu untersuchen, hat sie extra zwei Nervenzellen mitgebracht. Schließlich wird klar: Wie wir die Welt wahrnehmen, die uns umgibt, ist auch eine Frage der Gehirnströme. Dabei kommt es vor allem darauf an, was wir über die Welt wissen. Das alles ist so eng miteinander verwurstelt, dass uns das eigene Hirn in die Irre führen kann.

 

 

 

Der Laserspektroskop-Artist Matthias Mader aus München ist kein Unbekannter mehr beim Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt. Haben wir doch bereits gestaunt, wie er uns zeigte, dass man Nanoteilchen sehen kann. Glücklicherweise verstehen die Zuhörer so viel Bayrisch, dass sie seinen humoristischen Vortrag genießen können. Bei ihm kitzelt das Photon das Elektron – so lange, bis mit einer speziellen Klonmaschine das Klonen von Photonen gelingt. Da die Photonen aber nicht immer wissen, wo sie hinsollen, handelt er sich damit eine Menge neuer Probleme ein. Mit diesem Vortrag erreicht er am Ende einen der beiden zweiten Plätze.

 

 

 

Den anderen holt sich der Physiker Jens Wehner aus Wiesbaden/Mainz. Er spricht über Beziehungen – und wie sie am besten wieder aufgelöst werden. Doch statt dies an sozio-psychologischen Modellen zu demonstrieren, greift er auf die theoretische Physik zurück. Doch wir können uns entspannen: Wenn ein Photon auf eine Solarzelle trifft und von dieser aufgenommen wird, entsteht ein Elektronenlochpaar. Die Paare binden sich so stark, dass sie sich kaum noch aufbrechen lassen. Dazu braucht es ganz spezielle Moleküle – so dass die freien Elektronen und Löcher anschließend sogar elektrischen Strom produzieren können.

 

 

 

Nach der Pause kommt der Moderator des Abends Alex Dreppec selbst zu Wort. Aus seiner nagelneuen bi-lingualen Gedichtsammlung ‚Tanze mit Raketenschuhen‘ trägt er humorvoll einige Preziosen vor. Dabei kommt dem Diplom-Psychologen und Erfinder des Science Slam sicher seine langjährige Erfahrung als Poetry Slammer zugute.

 

 

 

Ganz neu auf der Bühne ist die Geologin Ariadne Djahansouzi. Es ist geradezu unglaublich, wie viele verschiedene Mineralien und Stoffe sich in gewöhnlichem Stein verbergen. Nur selten wagen sich Expertinnen endogener und exogener Geologie auf die Podien der Science Slammer. Umso erstaunlicher erscheint ihre witzige Präsentation der unterschiedlichsten Gesteinseigenschaften.

 

 

 

Ein weiteres im Bereich Science Slam eher selten vertretenes Gebiet repräsentiert der Germanist Simon Hauser aus Marburg. In einer leibhaftigen Mönchskutte präsentiert er mittelalterliche Texte, die er aus dem Lateinischen oder Griechischen ins Deutsche überträgt.

 

 

 

Auch Mathematiker verirren sich eher selten auf Science-Slam-Bühnen. Anastasia August aus Karlsruhe trägt jedoch bereits einige Skalps renommierter Veranstaltungen am Gürtel. Am Samstag spricht sie über Farben. Offensichtlich versenden diese nicht dermaßen subjektive Strahlen, wie unsere unvollkommenen Augen uns suggerieren wollen. Interessanterweise ist das der Evolution schnell klar geworden, so dass beispielsweise Eisbären ein weißes Fell und schwarze Haut entwickelt haben. Das kam beim Darmstädter Publikum so gut an, dass es Anastasia August zur Siegerin des Abends kürte.

 

 

 

MM.

 

Darmstadt, 18.12.2016 10:45 h

 

Wie baut man ein Elektro-Auto mit Hirn und Darm?

 

 

Die siebte Deutsche Meisterschaft im Science Slam gewinnt Johannes Kretzschmar

 

 

Niemand weiß besser, als Alex Dreppec: „Wer aus Darmstadt kommt, sollte vorsichtig sein mit Körper-Metaphern.“ Der Mann weiß, wovon er spricht. Als Germanist und promovierter Psychologe – aber auch als Darmstädter Dichter. Für seinen ersten Lyrikband bekam er 2004 den renommierten Wilhelm-Busch-Preis für humoristische Versdichtung. Doch sein eigentliches Thema ist die Verständlichkeitsforschung. Kein Wunder, dass er es war, der 2006 den Science Slam erfand. Und wo? In der Hirnstadt Darmstadt – wie er augenzwinkernd gesteht. Wo auch sonst?

 

 

Gemeinsam mit dem Filmemacher Axel Röthemeyer hob er am 29. September 2006 auf ‚603 qm‘ den weltweit ersten Wettbewerb dieser Art aus der Taufe. „Es war gar nicht so einfach, Wissenschaftler zu finden, die in zehn Minuten ihr Forschungsthema allgemeinverständlich vortragen wollten“, erinnert sich Alex Dreppec. Unter einem ‚Science Slam‘ konnte sich einfach niemand etwas vorstellen. Retten konnten sich die beiden Moderatoren nur durch Forscher, die sie aus dem eigenen Studium kannten – wie den Historiker Fabian Oberfahrenhorst, der damals über die Reiselust im Mittelalter referierte.

 

 

Mittlerweile gibt es keine Hochschulstadt in Deutschland ohne eigenen Science Slam. Daneben hat sich das neue Wissenschaftsformat über die ganze Welt ausgebreitet. Immer häufiger drängen junge Forscher auf die Bühnen. Weil sie hier eine Möglichkeit finden, ihre Arbeit einem breiten Publikum vorzustellen. Und weil es obendrein Spaß macht. Das konnten alle Interessierten beim Darmstädter Science-Slam-Festival als Zuschauer erleben. Den Abschluss bildete am Samstag die siebte Deutsche Meisterschaft im Science Slam im ausverkauften Kongress-Zentrum Darmstadtium.

 

 

„Bis ins Innere des Protons“, nahm der Teilchenphysiker Boris Lemmer zunächst einmal die vierzehnhundert Zuhörer mit. Ohne am Wettbewerb teilzunehmen schaffte er es so, die Besucher auf den Science Slam einzustimmen. Es war dieser Vortrag, mit dem Boris Lemmer 2011 in Hamburg die Deutschen Science-Slam-Meisterschaften für sich entschied. Weil er schon immer wissen wollte, wie die Welt funktioniert, hat er sie in immer kleinere Teilchen zerlegt. Dass er damit irgendwann auf die heute noch erkennbaren Spuren des Urknalls stoßen würde, konnte er am Anfang nicht wissen.

 

 

Den eigentlichen Wettbewerb eröffnete dann der Humangenetiker und Kinderarzt Kai Hensel. Eines der Probleme die ihn umtreiben, lautet: „Wie schafft es eine gewöhnliche Vireninfektion zu einer lebensbedrohlichen Krebs-Erkrankung zu werden?“ Viele Zuhörer begriffen am Samstag einigermaßen, wie das alles zusammenhängt mit den Genen, den Zellen, den Proteinen, der DNA – und wie all diese seltsamen Wesenheiten sich in den Blutbahnen fortbewegen. Und schließlich, wie dadurch das Lebenselixier auch in den anderen Tieren und Pflanzen transportiert wird.

 

 

Wie Supraleitungen arbeiten, setzte uns der Festkörperphysiker Philip Willke auseinander. Haben viele von uns doch schon vergessen, wie man ihnen im Physik-Unterricht erklärte, dass kreisförmig fließende Ströme Magnetfelder erzeugen. Dieser „Tanz der Elektronen“ übermittelt also Energie, die woanders dringend gebraucht wird. Dummerweise funktionierte das bisher nur bei sehr niedrigen Temperaturen. Philip Willke entwickelt derzeit ein Verfahren, bei dem dies auch bei Raum-Temperaturen möglich ist. Wenn ihm dies dauerhaft gelingt, hat er „den Heiligen Gral der Festkörperphysik“ gefunden, wie er sagt. Deutscher Vize-Meister ist er mit seinem Science-Slam-Vortrag in Darmstadt schon mal geworden.

 

 

Dass es soweit noch nicht ist, wurde den Zuhörern schlagartig klar, als der Portugiese Ricardo Fernandez das Podium betrat. Da seine Deutsch-Kenntnisse bisher gering sind, hielt er seine Einlassungen in verständlichem Englisch. Damit gewann er auch schon den Regionalwettbewerb in Hamburg. Der Nuklear-Physiker interessiert sich brennend für die Archäologie. Bekanntlich ist es ja dort besonders wichtig, Methoden zu finden, wie man das Alter von gefundenen Objekten bestimmt. Für ihn ist klar: Gegen Kriminelle auf diesem Gebiet würde nur eine Atombombe helfen – leider ist es nicht so einfach, eine zu bauen.

 

 

Zurück zum Menschlichen und Allzumenschlichen führte dann David Maximilian Fußhöller. Das obskure Objekt seiner Begierde ist das männliche Sperma. Eine der nie gelösten Menschheitsfragen ist ja wohl: Wie findet das Sperma zu seiner Eizelle? Er verglich die fünfzig Mikrometer lange Spermazelle mit einem Menschen, der sieben Kilometer durch unbekanntes Wasser schwimmt, um dort eine Partnerin zu treffen. Für eine solche Leistung nehme sich eine Spermie gerade einmal unglaubliche dreißig Minuten Zeit. Wäre sie nicht erfolgreich, gäbe es uns ja gar nicht mehr.

 

 

Mit einem scheinbaren Paradoxon beschäftigt sich Matthias Mader: „Wie kann man unsichtbare Teilchen sichtbar machen?“ Vorgeknöpft hat er sich die Nano-Teilchen. Um das verständlich zu machen, arbeitet er vor allem mit selbst gebauten Modellen. Damit kann er uns nicht nur klarmachen, warum es ihm so wichtig ist, dass sich die Wissenschaft mit diesen winzigen Teilchen beschäftigt, sondern er zeigt auch, wie sie sich fortbewegen – und mit Hilfe von Spiegeln oder Glas sogar sichtbar gemacht werden können.

 

 

Noch kleiner sind die Teilchen, mit denen sich Dennis Schulz aus Heidelberg beschäftigt. Sein „Mocca-Detektor“ soll in einem Teilchenbeschleuniger das ‚Gottesteilchen‘ aufspüren. Bei minus hundertsechzig Grad sollen hier Verhältnisse simuliert werden, wie sie vor über dreizehn Milliarden Jahren im Universum herrschten. Kurz nach dem Urknall sozusagen. Wie beim Fußball werden die Teilchen immer wieder angestoßen, so dass sie sich beschleunigen und beschleunigen und beschleunigen – bis sie uns schließlich verraten, wie das genau war, kurz nachdem unser All auf der Bildfläche erschien.

 

 

Als Uwe Gaitzsch ankündigt, dass er sich ebenso wie Philip Willke mit Supraleitern beschäftigt, wäre beinahe Langeweile aufgekommen. Aber nur für ein paar Mikro-Sekunden. Dann beginnt sein ‚Supraleiter-Rap‘, bei dem er auch die ‚Beat-Box‘ professionell artikuliert. Schließlich schafft er es, dass fast eineinhalbtausend Menschen gemeinsam mit ihm die Supraleiter zum stampfenden Rhythmus von ‚We will rock you‘ besingen. Eine Hochzeit der Naturwissenschaft mit den Musen der Kunst.

 

 

Mit eher alltagspraktischen Problemen schlägt sich Johannes Kretzschmar herum. Wie weiland Frankenstein einen künstlichen Menschen schaffen wollte, schwebt ihm ein Elektroauto vor. So etwas Ähnliches, wie ein perpetuum mobile jedenfalls. Dummerweise hat er nicht viel Ahnung von all den Kenntnissen, die ein Konstrukteur braucht – aber als Informatiker weiß er, einen Computer einzusetzen. Damit kopiert er einfach das System, mit dem menschliche Energie entsteht und übertragen wird. Wie arbeitet eine Zelle? Ist es möglich, solche Zellen zu einem Haufen zusammen zu schließen. Das trägt er so humorvoll trocken vor, dass das Publikum ihn am Ende zum Deutschen Meister im Science Slam kürt.

 

 

Marc Mandel.

 

Science Slam – das sind wissenschaftliche Kurzvorträge – von den Forschern selbst auf die Bühne gebracht – allgemein verständlich und als Publikumserfolg. Science Slam gibt es mittlerweile in ganz Europa, selbst in Chile, Indonesien und Südafrika. Seine Geburtsstunde schlug 2006 in Darmstadt. Der Verständlichkeitsforscher Alex Dreppec hat ihn in der Stoeferle-Halle aus der Taufe gehoben. Der Science Slam ist jedoch nirgends so Original, wie in der Stadt, in der er erfunden wurde.

 

Hirnstadt Darmstadt Science Slam Festival 2016:
 
1 Tanze mit Raketenschuhen
Wissenschaftsgedichte (Alex Dreppec) &
Podiumsgespräch "10 Jahre Science Slam"
2.12.2016 20 Uhr Theater im Pädagog TIP Pädagogstr. 5
 
2 Es science-nachtet sehr
in der early late night show SNotLDaD
Moderation Axel Röthemeyer und Holger Rößer
6. 12. 2016 21 Uhr Schlosskeller, Marktplatz 15
 
3 Utopia im Weltraum:
Schwerelos und forschungsstark
 
Space Slam der Schader Stiftung und der ESA
14.12.2016 19 Uhr Haus der Schaderstiftung, Goethestr. 2
 
4 Die besten Slammer der ersten zehn Jahre
Science Slam Best-of-Show
Folgende Teilnehmer haben zugesagt:

        - Martin Buchholz (Thermodynamiker) Deutscher Meister 2010

        - Boris Lemmer (Teilchenphysiker) Deutscher Meister 2011

        - Henning Beck (Biochemiker) Deutscher Meister 2012

        - Reinhard Remfort (Physiker) Deutscher Meister 2013

        - Kai Jäger (Paläontologe) Deutscher Meister 2014

        - Martin Schrön (Umweltphysiker) amtierender Deutscher Meister

        Moderation: Alex Dreppec und Axel Röthemeyer

        (Änderungen vorbehalten)

Moderation: Alex Dreppec und Axel Röthemeyer
16.12.2016 19 Uhr 30 Centralstation im Carree
 
5 Die 7. Deutsche Science Slam Meisterschaft
Das große Finale - Moderation: Alex Dreppec und Axel Röthemeyer
17.12.2016 20 Uhr Darmstadtion Schlossgraben 1
Teilnehmer:                 Ricardo Fernandez, Nuklear-Physiker

                         David Maximilian Fußhöller, Protein-Biologe

                         Uwe Gaitzsch, Werkstoff-Physiker

                         Dr. Kai Hensel, Humangenetiker

                         Johannes Kretzschmar, Künstliche Intelligenz

                         Matthias Mader, Nano-Physiker

                         Dennis Schulz, Tieftemperatur-Physiker

                         Philipp Wilke, Physiker und Atom-Dompteur

 

Alle Einzelheiten auf der Festival-Website: www.ScienceSlam2016.De

 

Das Science Slam Festival 2016 wird ermöglicht durch:

 

Schaderstiftung

Merck KGaA

Entega

Sparkasse Darmstadt

Wissenschaftsstadt Darmstadt

 

Hochauflösende Fotos für die Publikation können Sie von dieser Seite herunterladen. Das Kennwort erfahren Sie von Marc Mandel. Bitte beachten Sie die Legende und den Copyright-Hinweis. Danke.