Science Slam Hirnstadt Darmstadt

 

Der nächste Termin in der Centralstation: 22. Februar 2020

 

Näheres demnächst hier.

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https://www.centralstation-darmstadt.de/event/8294001/science-slam-darmstadt/

21. 9. 2019

 

Was kann man eigentlich noch essen?

 

 

 

Die Halle der Centralstation ist seit Monaten ausverkauft. Das kann nur bedeuten: Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt. Diese Biennale der Wissenschaft lockt Koryphäen aus ganz Deutschland zum edlen Wettstreit um den sympathischsten Kurzvortrag. Das reicht von der „Darstellung der Beziehungen am Beispiel Deutscher Soaps“ (brillant entfaltet von Fabienne Paßternak) bis zur „Suche nach etwas mehr Gerechtigkeit am Beispiel von Familienglück nach Vorbild der Tierwelt“, das Christian Herweh im Gepäck hatte.

 

 

 

Im Allgemeinen werden eigene Forschungsergebnisse präsentiert – aber so, dass sie von uns Laien nachvollzogen werden können. Es geht also darum, komplizierte Untersuchungsresultate für ein interessiertes Publikum ‚kleinzukauen‘. Aufgelockert werden die Präsentationen durch die launige Conférence des Erfinders des Science Slam, Alex Dreppec, und seinen langjährigen Co-Moderator Axel Röthemeyer. Fast immer finden sich auch Gastmusiker ein, wie der Singer-Songwriter Frank Albersmann, der am Samstag mit seiner Gitarre ein ganzes Orchester imitierte.

 

 

 

Marc-Denis Weitze (MDW) ist aus München gekommen, um den Zuhörern bildhaft zu erklären, was wir mit all dem Kohlendioxid tun sollten – und wie wir die Energie dazu gewinnen können. Durch künstliche Foto-Synthese nämlich. Wobei zunächst die grundlegende Frage zu klären wäre, ob man Foto am Anfang mit ‚F‘ oder mit ‚Ph‘ schreibt. Ähnlich geistreich entwickelte sich Daniel Lambachs Referat über ‚Zäune im Meer – oder warum es so schwierig ist, den Ozean zu retten.‘ So humorvoll die Vorträge auch daherkommen, wollen sie allerdings stets als Wissenschaft ernst genommen werden.

 

 

 

Komplizierten Wortkombinationen wie ‚ADMA und die kardiovaskuläre Mortalität bei Nierenversagen‘ erklärt der Lebensmittelchemiker Emir Puyan Taghikhani in ganz einfachen Worten. So nebenbei beantwortet er ungelöste Fragen wie „Was kann man eigentlich noch essen?“ (Es ist jedenfalls viel mehr, als die meisten von uns glauben.) Und dass der Lachsschinken nicht aus dem Meer kommt, hat er in Deutschland erst lernen müssen.

 

Ebenfalls mit der Chemie hält es Jan Marcus Nasse aus Heidelberg in seinem Vortrag ‚Wenn Halogene radikal werden‘. Das evoziert spontane Beifallskundgebungen des Auditoriums. Den Sieg muss er sich am Ende allerdings mit seinem Fachkollegen Emir Puyan Taghikhani teilen.

 

 

 

Der nächste Science Slam in der Hirnstadt Darmstadt wird im Saal der Centralstation am 22. Februar 2020 stattfinden.

 

 

 

Marc Mandel.

 

 

 

An dieser Stelle weitschweifig über Science Slam zu reden, hieße Heiner nach Darmstadt zu verbringen – oder Rippchen nach Frankfurt. Für Neulinge will ich trotzdem ein paar Fakten einfügen: Konzipiert und realisiert wurde der Science Slam 2006 von Alex Dreppec in der legendären Stoeferle-Halle 603 qm in Darmstadt. Vorher war einfach niemand auf die Idee gekommen, Wissenschaftler zu bitten, ihr Forschungs-Projekt in zehn Minuten allgemeinverständlich darzustellen. Das hat der Wissenschafts-Community so gut gefallen, dass es mittlerweile in allen Erdteilen Science Slams gibt. Dass so etwas in der Wissenschaftsstadt Darmstadt immer ausverkauft ist, versteht sich am Rande.

 

 

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